Achte auf deine Figur
Wer diesen Satz hört, denkt wahrscheinlich zuerst an Gewicht, Diät oder Bewegung. Gerade im Frühjahr tauchen solche Ratschläge überall auf. Doch die Fastenzeit lädt uns ein, auch auf eine andere Figur zu achten – auf unsere geistliche Figur. Wenn wir morgens vor dem Spiegel stehen, sehen wir oft zuerst das, was uns an uns selbst nicht gefällt. Kleine Makel springen uns sofort ins Auge. Aber übersehen wir dabei nicht etwas viel Wichtigeres? Ein Kirchenvater hat einmal gesagt: „Die Herrlichkeit Gottes ist der lebendige Mensch.“ Das ist ein überraschender Gedanke: Ein lebendiger Mensch – ein Mensch mit seinem Lachen, seinen Fragen, seiner Hoffnung – spiegelt etwas von Gottes Herrlichkeit wider. Vielleicht könnte eine kleine Übung für die Fastenzeit so aussehen: Stellen Sie sich morgens kurz vor den Spiegel und sagen Sie sich: „Ich bin die Herrlichkeit Gottes.“ Das klingt zunächst ungewohnt. Es ist aber nicht selbstherrlich gemeint. Es bedeutet vielmehr: In meinem Leben kann etwas von Gott sichtbar werden. Gott möchte durch uns in dieser Welt aufleuchten. Die Fastenzeit kann eine gute Gelegenheit sein, darauf neu zu achten. Was lässt mich lebendiger werden? Was stärkt meine innere, meine geistliche Figur? Vielleicht ein Spaziergang in der Natur, ein bewusst gehörtes Musikstück, ein gutes Buch, ein Wort aus der Bibel oder ein paar Minuten Stille. Solche kleinen Momente können uns helfen, neu zu entdecken: Unser Leben ist ein Geschenk. Und jeder Mensch trägt etwas von Gottes Herrlichkeit in sich. Darum: Achte auf deine Figur – auch auf die geistliche.