Pfarrer und Pfarreirat haben einen Leitfaden für die Gemeinde St. Josef Oldenburg verfasst mit Hinweisen zur Durchführung der Gottesdienste mit Öffentlichkeit an Samstagen und Sonntagen in den Kirchen St. Josef, St. Michael, St. Ansgar und Hl.-Drei-Könige.

In diesem Konzept werden Abläufe und Regeln festgelegt, um Gottesdienstteilnehmende und alle, die an der Gestaltung und Durchführung beteiligt sind, vor einer möglichen Ansteckung mit Covid-19 so gut wie möglich zu schützen und das Risiko einer Ansteckung oder Infektion zu minimieren.
Der Bischof hat für unser Bistum vielfältige Regelungen für die Durchführung von Gottesdiensten erlassen. Darüber hinaus hat der Pfarreirat zusammen mit der Gemeindeleitung weitergehende Maßnahmen beschlossen. Die Handlungsanleitung ist eine freiwillige Vereinbarung für die Gemeinde, da keine Aufforderung von übergeordneter Stelle zur Erstellung eines Hygiene- und Schutzplans besteht.
Sollten Einschränkungen, die in diesem Konzept genannt werden, ausdrücklich durch das Bistum oder das Land Niedersachsen aufgehoben werden, gilt das dann auch für dieses Konzept.

Grundsätzlich sind alle Formen von Gottesdiensten mit Öffentlichkeit an allen Sonn- und Feiertagen, an Werktagen und zu Kasualien wie Trauungen, Ehejubiläen, Beerdigungen oder anderen Anlässen möglich. Wortgottesdienste anstelle von Eucharistiefeiern sind an Sonn- und Feiertagen nach wie vor nicht erlaubt. Vom Sonntagsgebot wird vorerst weiterhin Dispens erteilt. Es wird auf die Möglichkeit verwiesen, Gottesdienste im Internet anzuschauen (Forum St. Peter, Gottesdienst im Dom zu Münster), damit Personen, die Risikogruppen angehören, zu Hause bleiben können.

Folgende Maßnahmen sind im Einzelnen getroffen:

1. Der Zugang zu den Gottesdiensten in kirchlichen Räumen wird begrenzt. Die Zahl der zugelassenen Gottesdienstteilnehmenden richtet sich nach der Größe des Raumes. Es stehen 10m² für jeden Gläubigen zur Verfügung.

Die nicht nutzbaren Kirchenbänke und Stühle sind unter Verwendung von Markierband abgesperrt. Die zur Verfügung stehenden Einzelplätze sind unter Verwendung von Kreppband deutlich sichtbar gekennzeichnet.

2. Personen, bei denen offensichtlich eine akute Atemwegserkrankung und/oder grippeähnliche Symptome vorliegen, werden nicht zu den Gottesdiensten zugelassen.

Am Kircheneingang werden die BesucherInnen durch ein groß und deutlich lesbares Plakat auf alle Verhaltensregeln im Gottesdienst hingewiesen.

3. Ein Abstand von mindestens 1,5 Metern nach allen Seiten hin ist zu wahren.

Dies gilt auch auf dem gesamten kircheneigenen Gelände, solange BesucherInnen sich dort aufhalten, das heißt auch vor und nach dem Gottesdienst.

4. Das Tragen einer Mund-Nase-Bedeckung wird empfohlen.

Nach aktuellen Erkenntnissen ist es empfehlenswert, das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes während der gesamten Gottesdienstdauer beizubehalten.

5. Die Kirchentüren bleiben für das Eintreten und Verlassen der Kirche geöffnet, damit die Türklinken nicht angefasst werden müssen.
Geöffnete Fenster und Türen sorgen während des Gottesdienstes für Luftbewegung, um die Aerosolbelastung der Raumluft zu verringern. Für jedes Kirchengebäude wird erprobt, wie durch Öffnung einzelner Türen und Fenster Luftbewegung erreicht wird, ohne dass zu starker Luftdurchzug für die Gottesdienstteilnehmenden entsteht.

6. Es gibt in den Kirchen eine Zugangsbeschränkung, die für den notwendigen Abstand zwischen den Teilnehmenden sorgt und Gedränge vor dem Kircheneingang verhindert. Ggf. werden die Kirchenbesuchenden von Helfenden (Ordnern) platziert. Unter Wahrung des Sicherheitsabstandes zu anderen Gottesdienstteilnehmenden können Familien (und Personen, die in einem gemeinsamen Haushalt leben) zusammensitzen, soweit dies organisatorisch möglich ist.

Kirchenbesuchende werden gebeten, vor jedem Gottesdienstbesuch am Eingang Namen und Telefonnummer zu hinterlassen und ihr Einverständnis zur Aufbewahrung dieser Daten zu erteilen. Dies wird von Helfenden in Listen notiert.
Im Fall einer Infektion können diese Daten dem Gesundheitsamt helfen, Kontakte nachzuverfolgen. Falls jemand seinen Namen nicht preisgeben möchte, wird diese Person nicht abgewiesen, sondern als „Unbekannt“ in die Liste aufgenommen.
Die Aufbewahrung der Listen erfolgt über 4 Wochen. Danach werden die Papiere der Datenentsorgung zugeführt.
Am Kircheneingang werden Text- oder Gebetsblätter als Eintrittskarte verteilt. Sind diese vergeben, werden keine weiteren Personen zugelassen.

8. Die Weihwasserbecken bleiben leer.

9. Eine Reinigung von Türklinken, Geländern etc. wird regelmäßig vorgenommen.

10. Vorbeugende Hygienemaßnahmen (z.B. gründliches Händewaschen und / oder Händedesinfektion) werden insbesondere vom liturgischen Personal eingehalten (auch bei Taufen, Trauungen und anderen Sakramentenspendungen).

Vor der Kommunionausteilung desinfizieren die Austeilenden ihre Hände fachgerecht.

11. Die Gläubigen können ihr eigenes Gotteslob mitbringen.

12. Gemeinsames Beten ist möglich.

13. Aktuell wird auf gemeinschaftliches Singen im Kirchenraum verzichtet.

14. Musikalische Begleitung durch größere Chöre oder Orchester ist untersagt. Eine kleine Gruppe aus Einzelstimmen kann den Gottesdienst musikalisch mitgestalten – bei Einhaltung des Abstandsgebotes.

Derzeit werden die Gottesdienste nur durch Orgelspiel und ggf. Sologesang des Kantors begleitet.

15. Die Körbe für die Kollekte werden nicht durch die Reihe gereicht, sondern am Ausgang aufgestellt.

16. Auf den Friedensgruß durch Hände geben wird verzichtet.

Der Friedensgruß kann durch Lächeln, Nicken und Blickkontakt übermittelt werden.

17. Die Kommunionausteilung erfolgt durch Hinzutreten der einzelnen Gläubigen in angemessenem Abstand. Dazu werden die Abstände auf dem Kirchenboden farbig markiert. Es findet keine Mund- und Kelchkommunion statt; bei der Kommunionausteilung werden weitere Hygienemaßnahmen eingehalten, u.a. tragen die Austeilenden Mundschutz und wahren Abstand.

Die Gläubigen werden hierzu mit einer konkreten Einladung und durch Handgesten zum Altar gebeten. Dabei gilt es, die festgelegten Laufwege aus der Bank und wieder zurück an den Sitzplatz zu nutzen. Falls erforderlich, unterstützen dabei die Ordnungskräfte. Farbige Markierungen auf dem Boden visualisieren die einzuhaltenden Abstände. Der Dialog zum Überreichen der Hostie entfällt.

18. Das Verlassen der Kirche nach dem Gottesdienst wird durch entsprechende Ansagen, Hinweise und ggf. Helfende (Ordner) geregelt und erfolgt bankweise.

19. Freiluftgottesdienste können unter Beachtung der Abstandsregeln und mit geeigneten hygienischen Maßnahmen stattfinden.

20. Schutz für MessdienerInnen, LektorInnen, Kommunionausteilende, SeelsorgerInnen und Priester im Altarraum:

Für diese Personengruppen wurde ein Laufwegekonzept vom Betreten der Sakristei bis in den Altarraum entwickelt. Die MessdienerInnen bleiben im hinteren Bereich des Altarraums. Alle Personen im Altarraum achten auf Abstand zueinander.
Die Kommunionausteilenden werden von den Küsterinnen eingewiesen, wenn sich in den Abläufen (z.B. Handhygiene o.ä.) etwas verändert.

Oldenburg, den 10.06.2020

Christoph Sibbel, Pfarrer       

Carola Aßmann, Vorsitzende des Pfarreirates