Kinder und Jugendliche in der Entwicklung ihrer Persönlichkeit zu unterstützen, ist grundlegendes Anliegen der Kirche.

Weil wir davon überzeugt sind, dass jeder einzelne Mensch als Geschöpf und Abbild Gottes eine unantastbare Würde besitzt, müssen Angebote und Einrichtungen auch in unserer Kirchengemeinde St. Josef dies selbstverständlich widerspiegeln und sich durch eine Kultur der Achtsamkeit, des Respekts und der Wertschätzung auszeichnen. Die pastorale Arbeit mit Mädchen und Jungen sowie Jugendlichen ist im hohen Maße Beziehungsarbeit und hat von ihrem Selbstverständnis her den Anspruch, Kindern und Jugendlichen einen sicheren und geschützten Raum zur Entfaltung zu bieten.

Ganz im Gegensatz zu diesem Anliegen steht es, wenn Kinder, Jugendliche oder junge Erwachsene sexualisierte Gewalt erfahren. Diese Gewalt kommt leider auch in unserer Kirche vor. Davon zeugen nicht zuletzt Berichte über sexualisierte Gewalt, die vor allem seit dem Jahr 2010 öffentlich wurden.

Die eklatanten Missbrauchsfälle haben das Vertrauen in die Institution Kirche tief erschüttert. Erst durch den Mut der Betroffenen, die diese Fälle an die Öffentlichkeit getragen haben, wurde ein gesellschaftlicher und kirchlicher Diskurs initiiert.

Als Konsequenz hat daraufhin die Deutsche Bischofskonferenz alle Bistümer aufgefordert, mit aktiver Präventionsarbeit deutlich werden zu lassen, dass das Verdrängen und Verschweigen von Übergriffen nicht akzeptiert und auch juristisch verfolgt wird. Daneben erhalten Betroffene solidarische Unterstützung.

Auf der Grundlage des Arbeitsauftrages des Bischofs von Münster richtete unsere Kirchengemeinde St. Josef im Jahr 2018 eine Projektgruppe zur Erstellung eines eigenen Institutionellen Schutzkonzeptes ein. Dieser Arbeitskreis wurde während der Erstellung des Konzeptes durch die regionale Präventionsfachkraft Frau Andrea Habe aus Vechta begleitet. In unserem Schutzkonzept formulieren wir Maßnahmen gegen physische und psychische Gewalt.

Mit der Formulierung strukturierter Maßnahmen erreichen wir gleichzeitig eine Kontrollierbarkeit und Transparenz unserer Präventionsarbeit und erschweren es Täterinnen und Tätern, Gewalt und insbesondere sexualisierte Gewalt auszuüben.

Mit unserem Schutzkonzept, das dem Pfarreirat und dem Kirchenausschuss zur Verabschiedung vorgelegt worden ist, festigen wir die strukturelle Basis für eine verstärkte Kultur der Achtsamkeit in unserer Kirchengemeinde. Für die praktische Umsetzung ist es entscheidend, dass alle Beteiligten gemeinsam dafür Sorge tragen, dass die hier dargestellten Grundsätze und Handlungsweisen im Bewusstsein aller verankert und im Alltag gelebt und realisiert werden.

Das Schutzkonzept finden sie hier.