Du stellst meine Füße auf weiten Raum“ – dieser Vers
aus Psalm 31 steht als Titel über dem Hungertuch 2021.
Er beschreibt, was im Glauben alles möglich ist. Das Bild
des Fußes lässt uns an Aufbruch, Bewegung und Wandel
denken; das Bild des „weiten Raumes“ lässt uns aufatmen, wenn die Füße schwach werden. Der Psalm ist vor
rund 2.500 Jahren entstanden – in der Zeit des babylonischen Exils mit seinen Erfahrungen von Krankheit, Einsamkeit, Unterdrückung und Verzweiflung. Immer haben
die Menschen Zuflucht bei Gott gesucht und gefunden.
Aus der Enge der Angst blickten sie hinaus ins Weite und
schöpften Kraft für einen Neubeginn – so wie die Betroffenen der Corona-Krise in Chile und weltweit den
Aufbruch wagen und ihr Leben wieder neu aufbauen.
In der Fastenzeit sind wir eingeladen, umzukehren und
für das gute Leben aller Menschen aufzustehen. Das
Hungertuch berührt uns, so wie Jesus seine Freunde am
letzten Abend berührt hat. Er wusch ihnen die Füße (vgl.
Joh 13,4) – auch als Aufforderung, in seiner Nachfolge
neue Wege zu den Menschen zu finden. Stärker als in
dieser Geste lässt sich die unantastbare Würde nicht
ausdrücken, die jedem Menschen zukommt.

zuletzt aktualisiert am 5.3.2021