Groß war im Sommer 1991 die Überraschung, als Frau Hedwig Weide ihr Haus mit Grundstück im Zentrum Wardenburgs und ihr Barvermögen der katholischen Kirchengemeinde Heilige-Drei-Könige in Wardenburg vermacht hatte.

Frau Hedwig Weide wurde am 6. Mai 1914 in Komainen/Ostpreußen geboren und ist am 10. Juli 1991 verstorben. Zusammen mit ihrem Mann fand sie nach dem Krieg in Wardenburg ein neues Zuhause. Schon zu Lebzeiten hatte sich das Ehepaar Weide im sozialen und kirchlichen Bereich sehr engagiert. Obwohl gerade zum Zeitpunkt des Erbes eine lebhafte Diskussion in der katholischen Gemeinde über die Anschaffung einer neuen Orgel im Gange war, entschlossen sich die Mitglieder des Kirchenausschusses einstimmig, den Nachlass nicht für eine Pfeifenorgel, sondern für den Bau eines Seniorenhauses zu verwenden, um der Vereinsamung älterer Menschen entgegenzuwirken.

Nach einer langen Planungsphase konnte am 26. April 1993 der Grundstein gelegt werden und schon Ende Oktober zogen die ersten Bewohner in das neue, nach der Erblasserin Hedwig Weide benannte Seniorenhaus ein. Am 27. November wurde es von Pfarrer Julius Voos feierlich eingeweiht. Im März 2005 beschloss der Kirchenausschuss Heilige-Drei-Könige, das Hedwig-Weide-Haus in eine Kirchliche Stiftung zu geben. Die Stiftung wird durch ein Kuratorium verwaltet.

Das Seniorenhaus in Wardenburg, Marienburger Straße 12, ist konzipiert als Wohnhaus mit zwei Wohnungen für Ehepaare und sechs für Einzelpersonen. Jede Einheit besteht aus Wohnraum, Schlafraum, Küche und Bad. Ein mit einer Teeküche und schönen Möbeln eingerichteter Gemeinschaftsraum ist der Treffpunkt für alle. Er ermöglicht den Bewohnern ein hohes Maß an Kommunikation und Nähe, ohne dass die Privatsphäre in irgendeiner Weise eingeengt wird.

Weil Frau Hedwig Weide selbst ihr Leben sehr einsam beendet hatte, soll ihr Vermächtnis dem Miteinander und der gegenseitigen Unterstützung dienen.

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